Von Geräten und Garantien

Über einige Monate zog sich meine Erfahrung mit einem Philips-Radiowecker, der abgelaufenen Garantie und der Pressestelle hin. Es ist schließlich ärgerlich, wenn man nochmals zur Kasse gebeten werden soll nur weil die Garantiezeit von zwei Jahren knapp abgelaufen ist.

Vorbildlich dagegen jetzt unser Philips Babybrei-Gerät, auf das ich dort schon lobend hinwies: Es ging noch weit vor Ende der Garantiezeit kaputt.

Dank des freundlichen Händlers, bei dem wir das Gerät käuflich erwarben (klassisch im Laden, nicht im bösen Internet) und der Ordnung meiner Frau (Kaufbeleg mit Datum) erhielten wir sofort, ohne Ausflüchte oder komische Fragen ein Austauschgerät. Neu. Originalverpackt. Blitzeblank und direkt aus dem Regal, einfach so.

Bei der nachfolgenden Zettelwirtschaft an der Kasse, erhielt ich den von meiner Frau ausgegrabenen Originalverkaufsbeleg ausgehändigt, mit dem Vermerk „Austauschgerät“. Auf meine Frage, ob ich denn auf das niegelnagelneue Teil nicht volle zwei Jahre Garantie bekommen könnte wurde mir mitgeteilt, die Garantie gelte ab Kaufdatum und sei daher nicht zwingend an das Alter des Gerätes gekoppelt. So kommt es, dass ich nun Besitzer eines fabrikneuen Babybreidampfgarers bin, der weniger als 19 Monaten Garantie hat (der Dampfgarer).

Die Garantie ist also sei eher eine Servicevereinbarung mit fixer Laufzeit, als das Versprechen des Herstellers, ein bestimmtes Gerät halte mindestens zwei Jahre durch.
Denn damit tun sie sich schwer. Und so ist es kein Wunder, dass das erste Babybrei-Gerät zunächst etwa sieben Monate durchhielt.

Jetzt, vier Wochen später, ist unser Sohn für die sonst so fantastischen Breis nicht mehr wirklich zu begeistern. Das hat jedoch nichts mit den (durchaus überraschenden) Entwicklungssprüngen eines Babys zu tun, sondern mit der plötzlich (und durchaus überraschend) abfallenden Dampfgarperformance des Babybrei-Gerätes. Nachdem einige Breie maximal halbgar in das Verdauungssystem unseres Filius Eingang fanden und ich hier über die möglichen nachfolgenden olfaktorischen Herausforderungen nicht weiter spekulieren möchte (über eine wissenschaftliche Falsifizierung habe ich aus nahe liegenden Gründen verzichtet), haben wir zumindest laienhaft den Fehler des Gerätes ausgemacht: Der Dampfgar-Dampf entweicht aus dem Wasserbehälter und nicht aus dem Dampfgarbereich und erreicht somit nicht wie vorgesehen das zu garende Dampfgut.

Ich gehe daher (wenig überraschend) von einem Defekt aus.

Und ich werde also zweierlei tun: Erstens den freundlichen Händler ein weiteres Mal in seine Pflicht nehmen und das Stichwort „Wandlung“ auf Wikipedia recherchieren. Denn: Was passiert eigentlich, wenn ein technisches Gerät mit zwei Jahren Garantie in dieser Zeit quasi ständig kaputt geht, man immer ein Austauschgerät erhält und am Ende das nagelneue Teil überhaupt keine Garantie mehr hat?

Zweitens werde ich nochmals Kontakt zu Philips aufnehmen und zusätzlich prüfen, ob hier das Kartellamt einzuschalten ist: Philips ist der einzige Hersteller, der ein kombiniertes Dampf-Gar-Mix-Gerät für Babynahrung anbietet.

Ich habe den Verdacht, dass hier eine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt wird.

 


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