Frauen und Autos

Vorurteile sind eine feine Sache, vor allem, wenn sie sich bestätigen. Jeder Frauenparkplatz tut das, denn auch Männer parken in der Tiefgarage gerne nahe am Ausgang – und fühlen sich beim Anblick eines schräg geparkten Frauenautos als Opfer der Emanzipation.

Schon allein wegen der Tatsache, dass Frauen seit Generationen keine Randerscheinung im Straßenverkehr mehr darstellen (die erste Privatperson, die in Deutschland eine Fahrprüfung abgelegt hatte war Bertha Benz), sind bestätigte Vorurteile über ihren Fahrstil jedoch nicht nur amüsant, sondern normal. Für die Versicherungswirtschaft steht außer Frage, dass Frauen anders fahren als Männer. Sie führen daher eine auf „versicherungsmathematischen und statistischen Daten beruhenden Risikobewertung“ bei der Kfz-Versicherung durch. Wir Männer sind zwar die besseren Autofahrer, Versicherungen sehen das aber offensichtlich anders. Pech, die haben die besseren Daten.

Weniger versicherungsrelevant und dennoch wahr: Viele Frauen parken schlecht ein. Männer können das aus evolutionären Gründen in der Regel besser. Wir haben ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen, weil das unsere Vorfahren vor Jahrmillionen bei der Jagd auf wilde Tiere benötigten. Aus demselben Grund  können wir uns auch besser orientieren, wir finden einen Ort geradezu spielerisch wieder, wenn wir schon mal dort waren. Es gibt dagegen Frauen (ich kenne welche), die beispielsweise den Weg zur Arbeit und zum Arzt nur von zu Hause aus kennen. Wenn sie vom Arzt zur Arbeit müssen, haben sie ein Problem. Oder ein Navi.

Gleichzeitig sind Frauen uns Männern überlegen. Sie leiden zum Beispiel zehnmal weniger unter Rot-Grün-Blindheit und ich bin überzeugt, sie kennen auch sonst mehr Farben als wir Männer (sie unterscheiden zwischen „apricot“ und „lachs“ noch 27 Schattierungen, ein Mann kann sich zwischen beige und rosa nicht festlegen). Auch ihre Multitasking-Fähigkeiten sind legendär, während wir Männer damit geschlagen sind, nur eine Sache zur Zeit erledigen können: Wenn ich fahre, tue ich das meist stumm, meine Konzentrationsfähigkeit lässt eine gleichzeitige Unterhaltung nicht zu. Meine Frau dagegen kann gleichzeitig beifahren, etwas lesen, sich mit mir unterhalten und mich zuverlässig warnen, wenn ich Tempo 200 überschreite – ohne auf den Tacho zu schauen. Ich bewundere das, ich kann das nicht.

Unterschiede sind dazu da, mit ihnen umzugehen. Auf der Straße gilt daher aus gutem Grund nicht das Recht des Stärkeren, sondern die Rücksichtnahme, die Fairness. Und im Falle der Frauenparkplätze wohl auch die von Feministinnen verpönte Galanterie.

Männer wissen schließlich, dass sie besser einparken.


Dieser Artikel erschien ursprünglich im Blog von FinanzScout24.


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