Atomstreß in Deutschland

Die Deutschen können beruhigt sein: Die Bundesregierung prüft nun alle Atomkraftwerke des Landes auf ihre Sicherheit.
Nichts bleibt, wie es vorher war, auch die Sicherheitsanfordernungen nicht…

Im Einzelnen sind das simulierte Abstürze von Flugzeugen, Terrorangriffe, Ausfall des Stromsystems sowie Hacker-Angriffe auf die computergestützten Kontrollzentren jedes einzelnen AKW. Auch Überschwemmungsszenarien und Erdbeben würden in die jetzt Stresstest genannten Prüfugen einbezogen, so Umweltminister Röttgen. Ziel sei es, neben dem zeitgemäßeren Begriff, endlich herauszufinden, „was in einem Reaktor passiere“, so Reaktor-Sicherheits-Kommissions-Chef Wieland (Welt Kompakt, 31.3.2011). Und – auch das ist neu – das Ziel sei immer „die Freisetzung von Radioaktivität zu verhindern“ (ebendort).

Die Frage, wie klein der Sicherheitskatalog bisher gewesen sei undweshalb man bisher, zum Beispiel, eine ausfallsichere Stromversorgung als nicht notwendig ansah, beantwortete das verantwortliche Ministerium nicht. Aus dem Kanzleramt hieß es unterdessen, man hätte bisher in Deutschland ja sowieso schon die sichersten Atomkraftwerke. Nach einem erfolgreichen Stresstest hätte man „die allersichersten AKW der Welt.“

Atomkraftgegner wiesen darauf hin, es sei immerhin ein Fortschritt, dass man seitens der stattlichen Stellen nun endlich nach etwa 50 Jahren endlich untersuchte, was nun tatsächlich in so einem Reaktor passiere. Der Verdacht, dass es sich um atomare Kettenreaktionen handeln könnte, wird sich nach Ansicht von Experten mit großer Wahrscheinlichkeit erhärten.

Diesen neuen Level der Transparenz halten auch die Grünen und verschiedene Umweltverbände für nachgerade revolutionaer. Der Entwicklung gläserner Reaktoren als Anschauungsobjekt für verantwortliche Politiker jedoch erteilten sie eine Absage.

::: drucken



Flattr this

 


Leave a Reply