Kölsch oder Pils

Kurz vor sechs, das Aufstehen fällt nicht leicht. Schnell noch den Koffer gepackt und ab zum Flughafen, dort gibt’s bestimmt auch Kaffee… Es hat über Nacht geregnet. Jetzt schüttet es. Der Wagen ist wieder doof geparkt und der Regenschirm liegt im Kofferraum. Bummelanten auf der Autobahn und Tempolimit – das wird knapp.

Im Parkhaus ist denn auch individuelles Parken gefragt, will ich den Check-In nicht verpassen. Dort angekommen stellen sich sechs lange Schlangen zur Auswahl und ich wähle natürlich die langsamste, bei AirBerlin Checkin-4 treffen sich holländische Schnäppchenflieger mit Problemtickets.

Doch Glück im Unglück: Der Flieger nach Köln hat eine halbe Stunde Verspätung.

In der Domstadt versöhnen strahlend blauer Herbsthimmel und eine gut frisierte Hostess, die mich fröhlich zum Opel-Stand begleitet. Der geplante Testwagen steht jedoch erst am Nachmittag zur Verfügung, mangelnde Reisevorbereitung rächt sich halt doch irgendwann. Es gibt aber einen 1,4er statt des erhofften GSi – vielleicht lässt sich ja ein Blog draus machen.

Doch auch der kleine Corsa kann versöhnen, mit peppigem rot-schwarzen Innenraum und Riesenglasdach. Die Mittelkonsole glänzt in Klavierlackoptik, was mich davon abhält am Infosystem herumzuspielen – die Fingerabdrücke sehen einfach nicht gut aus. Leider ist das Navisystem aktiviert, das im Sekundentakt die Nachrichten im Radio unterbricht – unnötigerweise, schließlich kenne ich mich in Köln schon aus privaten Gründen aus. Also Navi aus, Stadt und Auto genießen.

Genießen? Die Kölner fahren noch sturer als die Münchner. Stop-and-go-and-Baustellen vereinfachen die Sache nicht, der Fahrstil wird zunehmend ruppiger. Kollege Bordcomputer meldet entsetzliche 11,3 Liter Stadtverbrauch, das wird die Opelaner nicht freuen.

Den Blog starte ich in einem Café in der Ehrenstraße die auch nicht mehr ist was sie mal war. Die Verbindung zur Redaktion klappt nur übers Handy, kein WLAN, kein UMTS, keine eMail. Päffgen hat zu, doch für ein lecker Kölsch um diese Zeit habe ich eh’ den falschen Job – das nächste Bierchen geht erst am Abend und wird wohl ein bitteres Pils bei Porsche.

Eine Stunde habe ich noch bis zur Opel-Pressekonferenz und dem Redaktions-Login. Dann gibt es auch den GSi und ein paar Fotos auf die Schnelle, bevor es nachmittags im Mietwagen nach Bremen geht. Hoffentlich regnet es dort nicht, der GT2 würde das mit 530 sportbereiften PS nicht goutieren…


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